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Die Chance für etwas Neues

Die «Linde» in Appenzell steht zum Verkauf

Die Gastro–Landschaft in Appenzell ist in Bewegung. Mit über 35 Jahren Tätigkeit als Wirtin ist Regula Dörig zur Zeit die «älteste Gastronomin im Amt» im Innerrhoder Hauptort. Nun möchte sie diese Phases ihres Lebens abschliessen: Die «Linde» steht zum Verkauf.

Sie habe mit ihrem Entschluss bereits begonnen, Abschied zu nehmen, sagt Regula Dörig. Sie wirtet im 36. Jahr im Restaurant Linde nahe dem Landsgemeindeplatz von Appenzell. Schon vor einigen Jahren habe sie sich vorgenommen, nach 35 Jahren aufzuhören. «Ich möchte nun jemand Jüngerem die Chance geben, sich hier etwas Neues aufzubauen». Ihr scheint auch für sich selbst der Zeitpunkt optimal, etwas Neues zu beginnen. Für Regula Dörig bedeutet das, mehr Freizeit zu haben, die Abende privaten Interessen widmen zu können. Die quirlige 58–Jährige ist noch voller Tatendrang. «Ich möchte mit Freude gehen», erklärt sie den Entscheid zum jetzigen Zeitpunkt.

Typische Appenzeller Wirtschaft
Sie hat im Aargau Koch gelernt, ist 1980 nach Lehr– und Wanderjahren als Serviertochter in den Betrieb ihrer Mutter eingestiegen und hat ihn ein Jahr später übernommen. Ihr Grossvater hatte das Anwesen 1962 gekauft. Nach der Ausbildung lebte und arbeitete Regula Dörig ein Jahr in Kanada, eine Zeit lang in St. Gallen und ein paar Wochen in einem Frauenkloster in Marseille als Mädchen für alles. Lachend erzählt sie Anekdoten aus dieser – wie sie sagt – «schönsten Zeit meines Lebens».Die «Linde» ist ein noch authentisches Appenzeller Restaurant, beliebt um das Feierabendbier zu geniessen oder einen Jass zu klopfen, mit Stammgästen, die am runden Tisch diskutieren oder verschiedensten Gruppen, die sich hier treffen. Zum Restaurant gehört ein Saal, wo Vereine und Organisationen tagen oder Feste gefeiert werden. Im Untergeschoss gibt es ein kleines Sitzungszimmer und vor dem Haus eine Gartenwirtschaft. Im Hinterhof, zwischen dem «Schopf», der auch zur Liegenschaft gehört, und dem Haupthaus, hat Regula Dörig vor kurzem einen Gartenplatz mit einem einladenden langen Tisch eingerichtet, der sich wunderbar für private Anlässe eignet. Über der Wirtschaft befindet sich die 6–Zimmer–Wohnung von Regula Dörig. Sie habe schon begonnen auszumisten, verrät sie. Sie suche sich nun eine Wohnung, «was in Appenzell gar nicht so einfach ist», wie sie feststellt.

Weltenbummlerin
Aus ihrer Küche serviert sie einheimische Spezialitäten und Bodenständiges – manches was nicht mehr oft angeboten wird wie Kutteln oder Nierli. Das kommt auch bei Touristen gut an. Die leidenschaftliche Hobby–Fotografin stellte die Wände im Restaurant im Lauf der Jahre auch immer wieder verschiedenen Kunstschaffenden als Plattform zur Verfügung.Regula Dörig will sich genug Zeit geben für das Neue in ihrem Leben: «Ich warte bis der richtige Bewerber kommt», sagt sie. Die Liegenschaft ist seit kurzem auf dem Immobilien–Portal der Appenzeller Kantonalbank als Einfamilienhaus mit Restaurant (Grundstücksfläche 400 Quadratmeter) zum Verkauf ausgeschrieben.Regula Dörig stellt sich vor, nach der Übergabe weiterhin teilzeitlich in der Gastronomie tätig zu sein: «Denn in diesem Metier bin ich zuhause.»Sie ist eine begeisterte Weltenbummlerin. Die letzten Jahre unternahm sie grössere Reisen in die Karibik; den Balkan hat sie erkundet; die grossen Städte Polens haben sie beeindruckt und Island. Sie freut sich darauf, ihre Reiselust in Zukunft noch intensiver ausleben zu können.


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