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Sportschule Appenzellerland anerkannt

Die Landesschulkommission revidiert einen Beschluss von 2009 mit sofortiger Wirkung



Die Sportschule Appenzellerland wird neu einer Partnerschule von Swiss Olympic gleichgestellt. Damit wird es hochbegabten Sportlern der Oberstufe möglich, die Schule in Teufen zu besuchen. Hintergründe.

Die Sportförderung an Innerrhoder Schulen ist seit langem ein Thema, wie Silvio Breitenmoser, Sekretär des Erziehungsdepartements, erklärt. Die Landesschulkommission hat schon im Jahr 2005 einen Beschluss gefasst, die «Förderung sportlich oder musisch besonders begabter Schüler» betreffend. Ermöglicht wurde eine teilweise Freistellung vom regulären Unterricht, damit Trainings während der Schulzeit besucht werden konnten. Die Rede war zunächst von 50 Lektionen pro Semester, 2009 wurde dieses Budget auf 70 Lektionen ausgeweitet im Sinne eines Schulversuchs, der bis Januar 2017 befristet ist.

Wird nicht allen gerecht
Die Freistellung war von Anfang an mit Bedingungen verknüpft. Die schulischen Leistungen mussten gleichwohl erbracht werden, Prüfungen waren zum angesagten Zeitpunkt zu absolvieren und es durfte kein zusätzlicher Aufwand für die betroffene Lehrkraft entstehen. Zudem musste der Nachweis erbracht werden, dass eine Hochbegabung tatsächlich vorliegt. Im Bereich Sport bedeutete dies, dass regionale, nationale oder internationale Spitzenleistungen, eine entsprechende Kadereinteilung oder die Mitgliedschaft in einem Elitezusammenzug vorgelegt werden musste.

Besuch einer Sportschule
Die Regelung konnte und kann nicht alle Bedürfnisse abdecken. Man denke etwa an den Skisport, wo im Winter eine Massierung an – auch längeren – Trainingseinheiten erforderlich wird. Dass Primarschüler und Schüler der Oberstufe mit der individuellen Nacharbeit des Lernstoffs an Grenzen stossen, ist wohl allen Eingeweihten klar. Im Beschluss von 2009 wurde deshalb die Tür zum Besuch einer Sportschule aufgestossen. Schüler der Oberstufe (Sekundarstufe 1) können seither in eine vom Volksschulamt empfohlene Sportschule übertreten, sofern sie die Bedingungen erfüllen. Da wären zunächst die Aufnahme– und Promotionsbedingungen, und eine Klausel besagt, dass der Übertritt nur möglich sein soll, wenn der Schüler seine Hochbegabung in der öffentlichen Schule vor Ort nicht entfalten kann. Damit das Ganze nicht zum Freipass wird, wurde festgelegt, dass der Kandidat im Besitz einer «der Sportart und dem Alter entsprechenden höchst möglichen Swiss Olympic Talents Card» sein muss. Und besagte Empfehlung des Volksschulamtes war nur erhältlich für Schulen, die ein Label der Swiss Olympic Association (für Schulen in der Schweiz) besitzen.

Sportschule Appenzellerland
Genau dieses Label aber besitzt die Sportschule Appenzellerland nicht, wie Silvio Breitenmoser ausführt. Swiss Olympic betreibt selber vier Sportschulen und hat über die Schweiz verteilt Partnerschulen. Die entsprechende Anerkennung erhält, wer Sport und intellektuelle Fächer in derselben Institution anbieten kann. Die Sportschule in Teufen tut dies nicht; sie arbeitet im schulischen Bereich mit den Sekundarschulen Teufen und Herisau und mit der Kantonsschule Trogen zusammen – durchaus erfolgreich, wie Silvio Breitenmoser betont. Mit Beschluss vom 29. Juni 2016 hat die Landesschulkommission deshalb festgelegt, dass die Sportschule Appenzellerland einer Swiss Olympic Labelschule gleichgestellt wird. Das heisst konkret, dass ein Schüler (oder eine Schülerin) die Oberstufe in Teufen besuchen kann, sofern er (sie) alle Kriterien erfüllt. Die schulführende Schulgemeinde – im inneren Landesteil also Appenzell – übernimmt das Schulgeld bis zu einem Maximalbetrag von 18 000 Franken. Den Landschulgemeinden werden die Nettokosten nach Abzug des kantonalen Subventionsbeitrags in Rechung gestellt. Keine Beiträge der öffentlichen Hand sind jedoch für den Sportbereich vorgesehen. Diese Kosten haben die Eltern zu tragen.

Aktuelle Situation
Die Nutzung bisheriger Angebote hält sich gemäss Silvio Breitenmoser in Grenzen, nicht zuletzt wegen der geografischen Situation. Zwei Fussballer besuchten die Sportschule in Bürglen; einer zieht nun um nach Teufen, der andere bleibt. Auf dem Sport–Gymnasium Davos trainieren und lernen ein Freestyler, ein Langläufer und ein Skifahrer. Das Angebot im musischen Bereich wurde bisher nicht nachgefragt. Man habe auch geprüft, ob die Oberstufe in Appenzell von der Sportschule Appenzellerland nicht als weitere Partnerschule aufgenommen werden könnte mit Blick auf die Trainingsmöglichkeiten am Horn in Schwende, betont Breitenmoser. Der organisatorische Aufwand wäre aber zu gross und der geringen Zahl an Teilnehmenden nicht angemessen.


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