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Samstag, 3. September 2011« zurück

Das WM 2012–OK fasst in die Seile

Mit der Enthüllung einer Seilzieher–Skulptur wurde der Schlussspurt für die Vorbereitungen angepfiffen

In einem Jahr wird in Appenzell die Weltmeisterschaft im Tauziehen eröffnet. Als Startschuss für den Schlussspurt der Vorbereitungen enthüllten am Donnerstagmittag Ex–Miss Schweiz Amanda Ammann und Ex–Schwingerkönig Thomas Sutter eine Metallskulptur.

Manches hat sich schwieriger erwiesen als gedacht: Der Vertrag für die Durchführung der WM im Tauziehen im September 2012 in Appenzell konnte erst diesen Frühling unterzeichnet weden. Unter anderem legte den Organisatoren um Präsident Sepp Breitenmoser, Finanzchef Charly Fässler und Sportchef Urs Gschwend der starke Franken und die damit verbundenen hohen Unterbringungskosten der Gäste Steine in den Weg.

Logistische Herausforderung
Mit der Tauzieh–Weltmeisterschaft wird «der grösste Sportanlass, den Appenzell Innerrhoden je gesehen hat», durchgeführt, sagte Sepp Breitenmoser anlässlich der Medienkonfernz vom Donnerstag.600 freiwillige Helferinnen und Helfer sind bereit. Die Logistik zeigt sich als riesige Herausforderung. Über 1500 Athletinnen und Athleten aus 20 Nationen müssen in der Umgebung untergebracht werden; 10 000 Menüs müssen für sie auf dem Festgelände hinter dem Coop in Appenzell bereitgestellt werden. Die «Ziel–Arena» wird ähnlich wie das Schwingfest auf der Schwägalp aufgebaut werden – zum Teil mit dessen Inventar. Der Boden wurde bereits im vergangenen Jahr vorbereitet.Erfahrungsgemäss locke der Standort Appenzell bei vergleichbaren Anlässen bis zu 30 Prozent mehr Publikum an als andere Orte, wusste der OK–Präsident. Die Zuschauerzahlen sind dennoch eine unbekannte Grösse: Das OK erwartet 3000 bis 10 000 Schaulustige. Das Budget des Grossanlasses beläuft sich auf 2,5 Mio. Franken.Sepp Breitenmoser versprach, dass die WM 2012 alle bisherigen übertrumpfen wird, mit dem Ambiente und vor allem mit einem kulturellen Rahmenprogramm, an dem beide Appenzeller Kantone mitwirken.

Uralter Sport
Der Seilzieh–Sport, der international «Tug of War» genannt wird, geht zurück auf die Körperertüchtigung, die schon die Griechen in der Antike als Vorbereitung für Wettkämpfe betrieben haben. Eine Zeit lang war Seilziehen (wie es in der Schweiz genannt wird) gar olympische Disziplin. Die Schweizer Nationalmannschaften, bei der meist auch Appenzeller Seilzieherinnen und Seilzieher mitkämpfen, gehören weltweit zu den führenden Teams. Allein an der letztjährigen WM in Südafrika brachten die Junioren zwei Weltmeistertitel nachhause.Im September 2012 ist Appenzell nach Basel und Stans der dritte WM–Austragungsort in der Schweiz. Gezogen wird in Geschlechter– und Alterskategorien sowie in verschiedenen Gewichtsklassen. Die Seilzieher sind im Weltverband TWIF organisiert.

Seilzieher–Skluptur
Begleitet von Trommelwirbeln griffen Amanda Ammann und Thomas Sutter mit dem WM–OK im Rücken in die Seile und versuchten Vertreter der international erfolgreichen Innerrhoder Seilziehclubs Appenzell und Gonten auf ihre Seite zu ziehen. Zuvor hatten die beiden Prominenten die 250 Kilogramm schwere Metallskulptur von Franz Koster enthüllt. Damit wurde quasi das Seilzieh–Kommando «Pull!» gegeben für das letzte Vorbereitungsjahr. Der Appenzeller Kunstschmied, von Breitenmoser «unser kleiner Tinguely» genannt, hat die Figur im Auftrag des OK anhand von Abbildungen und – wie er lachend sagte – nach den eigenen Proportionen gestaltet. Beim Publikum am Mettlenkreisel kam sie gut an. Der etwa 3,5 Meter grosse Seilzieher in dynamischer Position wird übers Jahr an mehreren Standorten im Kanton (dank Sonderbewilligung) auf den Grossanlass aufmerksam machen. Zum ersten Mal am Seilziehturnier in Eggerstanden an diesem Wochenende.

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